Epigenomweite Assoziationsstudie zur Identifikation genetischer Risikovarianten der Parodontitis

Parodontitis ist eine komplexe chronische Erkrankung des Zahnhalteapparats mit einer Prävalenz von 11% für die schweren Formen und einer Erblichkeit von 50%. Es ist wahrscheinlich, dass neben genetischen Risikofaktoren, denen Variationen der DNA-Sequenz zugrunde liegen, sogenannte epigenetische Faktoren eine Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen. Der Fokus des Projektes „Epigenetik der Parodontitis“ liegt auf der Erforschung chemischer Veränderungen der Erbinformation in der Gingiva (Zahnfleisch). Die untersuchten Veränderungen sind sogenannte DNA-Methylierungen und stellen chemische Modifikationen der DNA dar, die in Zusammenhang mit der Transkriptionsaktivität stehen. Diese erlauben es der Zelle, auf langfristige externe Stimuli zu reagieren und diese Information auch an Tochterzellen weiterzugeben. Um die Rolle differentieller Methylierungsmuster in der Ätiologie der Parodontitis zu erforschen, werden Gingivabiopsien gesunder und an Parodontitis erkrankter Probanden gesammelt und eine epigenomweite Assoziationsstudie (EWAS) durchgeführt. Die Probenrekrutierung erfolgt innerhalb eines internationalen Netzwerks auf Parodontologie spezialisierter Kliniken, an dem neben der CharitéUniversitätsmedizin Berlin, die Universitätszahnkliniken Würzburg,   Wien (Österreich) und Zürich (Schweiz) beteiligt sind. Insbesondere werden die Auswirkungen des Rauchens, des wichtigsten Risikofaktors der Parodontitis, auf Methylierungsmuster der gesunden Gingiva erforscht und mit der biologischen Aktivität epigenetisch veränderter Gene korreliert.

 

Dieses Projekt wird seit 2016 durch die DFG gefördert (RI-2827/1-1).

 

Mitarbeiter: Dr. rer. nat. Gesa M. Richter

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